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Grüezi!ThemenKatzenWesen

 Katzen - die geheimnisvollen Wesen

Kurzinformation 
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Ein sehr informativer Artikel aus der Schweizer Familie

Bei uns wohnen - oder wir dürfen bei Ihnen wohnen - auch zwei dieser geheimnisvollen Wesen. Den nachfolgenden Artikel habe ich in der Schweizer Familie Nr. 1 / 2014, Seite 22ff gefunden und er beantwortet viele Fragen, auch warum wir Menschen Katzen so lieben.

 
Katzen, wie sie Miro gezeichnet hätte

 

Mensch, Katze!

Sie sind ein Rätsel, selbst für Ihre Besitzer. Woher wissen Katzen, wann es zum Tierarzt geht - um sich dann unauffindbar zu verdrücken? Die Antwort auf diese und 55 weitere Fragen kennt die Verhaltensbiologin Eva Waiblinger.

Die Verhaltensbiologin Eva Waiblinger, betreut die Fachstelle Heimtiere des Schweizer Tierschutzes STS und beantwortet Fragen von Heimtierhaltern. Sie studierte an der Universität Zürich Zoologie, diplomierte über die Mutter-Kind-Beziehung bei Javaneraffen und verfasste über die Ursachen von Verhaltensstörungen bei Rennmäusen ihre Doktorarbeit. Sie arbeitete als Assistentin des Katzenforschers Dennis C. Turner. In ihrer Freizeit schreibt sie einen historischen Wissenschaftskrimi. Zusammen mit Kater Pedro de la Calle wohnt sie auf einem Biohof im Kanton Zürich.

 

55 Fragen und Antworten - Interview mit Eva Waiblinger

1,4 Millionen leben hierzulande in einem Haushalt, rund eine Million mehr als Hunde. Die Katze ist also das beliebteste Haustier der Schweiz und doch nach wie vor ein Mysterium. Woran liegt das?

An der Verhaltensforschung. Verglichen mit dem Hund, gibt es zur Katze nur wenig Erkenntnisse. Der Hund ist viel besser erforscht, weil der Mensch mit ihm arbeitet, ihn trainiert, mit ihm in die Hundeschule geht. Eine Katze, die hat man einfach. Die meisten Katzenhalter glauben, dass ihr Tier, das so unabhängig ist, sich nicht erziehen lässt. Dabei kann man sie gut trainieren, allerdings nur dann, wenn es ihr gefällt. Gut möglich, dass dies nur jeden zweiten Tag fünf Minuten lang der Fall ist. Mit viel Geduld und vielen Belohnungen wie Streicheleinheiten und Snacks kann man der Katze allerlei beibringen. Mein Kater springt durch einen Holzreif, gibt Pfote, und auf Kommando dreht er sich um die eigene Achse.

Versuchen wir, dem Mysterium auf die Schliche zu kommen: Was lieben Katzen über alles?

Mäuse, am liebsten lebendige, die sie fangen und verzehren können. Ihr Favorit ist die fette Feldmaus. Ratten jagen und töten sie nur bis zu einem Gewicht von 300 Gramm. Grössere könnten ihnen gefährlich werden.

Und was können sie nicht ausstehen?

Erdkröten, weil diese einen Stoff absondern, der die Katze zum Würgen bringt. Tiere, die einmal mit einer Erdkröte Bekanntschaft gemacht haben, lüpft es auch Jahre später noch, wenn sie eine nur von weitem sehen. Was die Katze ebenfalls nicht mag, sind Menschen, die versuchen, sie zu bestimmen. Die sie packen, knuddeln und streicheln, wenn sie ihre Ruhe haben will. Die deutlich bessere Strategie ist, auf ihre Wünsche einzugehen. Sie wird es uns danken, indem sie auch uns mal einen Wunsch erfüllt.

Wie kommunizieren Katzen miteinander?

Via Körpersprache und mit ihrer Stimme. Begegnen sich zwei Katzen, kneifen sie die Augen zu oder schliessen sie für einen Moment sogar ganz. Dieses Verhalten gilt unter Katzen als höflich, man starrt sich nicht an. Für spannungsgeladenere Zusammenkünfte gibt es Knurren, Fauchen, Speien.

Simba und Luna sind der Hit
Anis, die nationale Datenbank für Heimtiere, die mit einem Mikrochip gekennzeichnet sind, veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit den beliebtesten Namen für Hund und Katz. Im Jahr 2012, der aktuellsten Hitparade, rangierten in der Deutschschweiz folgende Katzennamen unter den ersten zehn.
Kater: Simba, Leo, Felix, Jimmy, Max, Filou, Moritz, Merlin, Charly, Mogli
Katzen: Luna, Mia, Kira, Nala, Minn, Sina, Lilly, Gina, Tigi, Lucy

Und das Miauen?

Das ist für die Menschen reserviert. Diese Kommunikationsform hat die Katze im Zusammenleben mit uns entwickelt. Wie das Hochrecken des Schwanzes mit leicht gebogener Spitze. Dies ist ein Zeichen der Begrüssung.

Wie gut hören Katzen?

Viel besser als die Menschen, deren Hörbereich von 20 bis 20 000 Hertz reicht. Die Katze hört sicher bis 30000 Hertz sehr gut, also weit in den Ultraschallbereich hinein. Was der Mensch aber besser wahrnimmt, sind tiefe Frequenzen.

Mögen sie Musik?

Am ehesten klassische. Im Rahmen einer Untersuchung wurde im Wartezimmer einer Tierarztpraxis Musik gespielt. Die klassische hatte auf Katzen den beruhigendsten Effekt. Meines Wissens wurde Mozart gespielt, ich habe keine Ahnung, ob man auch mit Wagner punkten könnte.

Sind Wohnungskatzen glücklich?

Eher nicht, weil sie arbeitslos sind; sie können nicht jagen und langweilen sich deshalb fürchterlich. Ausserdem fehlen ihnen viele Reize, die eine Freilaufkatze hat: Gerüche, Laute von anderen Tieren, Geräusche, Bewegungen, unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, Kälte, Wärme, Wind, Regen, Sonne, Schnee, Klettergelegenheiten und trockene Orte, an denen sie scharren und buddeln können. Von Tierpsychologen wissen wir, dass Wohnungskatzen häufiger Verhaltensstörungen zeigen als Freilaufkatzen.

Ist es der Katze egal, welchen Namen sie trägt?

Ja, der Name ist ein Wort, das für sie erst mit der Zeit eine Bedeutung gewinnt. Sie lernen, dass das Aussprechen des Worts positive Konsequenzen hat, wenn sie darauf hören; es gibt Streicheleinheiten und Futter. In der Regel reagieren Katzen eher auf Namen mit mehreren Vokalen wie Cara oder Leo. Logisch, Konsonanten tönen nicht gut.

Könnten Katzen selber einen Namen aussuchen, welchen würden sie wählen?

Den, der mit den meisten positiven Gefühlen verknüpft ist. Die meisten Katzen bekommen von ihren Menschen mehrere Namen. Mein Kater heisst Pedro, Pesche, Kater, Tigi und Katze. Jeder Name hat eine andere Bedeutung. Wenn ich sage: Du, Kater, hör mal ... weiss er: Ou, da ist etwas im Busch.

Weshalb legen sich Katzen manch-mal auf den Rücken, strecken ihrem Menschen den Bauch entgegen, als wollten sie dort gestreichelt werden, und schlagen ihm dann die Krallen in die Hand, wenn er genau das tut?

In solchen Fällen schliessen wir vom Hund auf die Katze. Ein Hund, der sich auf den Rücken legt, unterwirft sich. Eine Katze in Rückenlage aber streckt uns alle verfügbaren Waffen entgegen: vier krallenbewehrte Pfoten und ein Gebiss mit scharfen Zähnen. Eine Katze, die auf dem Rücken liegt, ist nur dann völlig entspannt, wenn sie sich der Länge nach ausstreckt. In solchen Momenten findet sie es durchaus angenehm, am Bauch gekraiilt zu werden. Wie lange, das bestimmt allein sie. Achten wir nicht auf die Zeichen eines allfälligen Angepisstseins - ein unmerkliches Zucken mit dem Schwanz, eine veränderte Kopfstellung, bekommen wir ihre Krallen zu spüren.

Weshalb sitzt die Katze immer  just auf den Zeitungsartikel, den der Mensch gerade liest?

Weil sie seine Aufmerksamkeit will; ob es ihm passt oder nicht.

Wieso deponieren sie ihre Beute mit Vorliebe da, wo ihre Besitzer mit nackten Füssen drauftreten?

Damit sie sie auch garantiert finden. Katzen betrachten Menschen als Tiere, die noch nicht jagen können. Die Mäuse-Geschenke sind also als Nachhilfeunterricht in der Kunst des Jagens zu betrachten.

Warum fressen sie einige der getöteten Mäuse nicht komplett auf?

Was liegen bleibt, ist der Galle-Leber-Komplex, der schmeckt ihnen wegen der Bitterstoffe nicht.

Und weshalb lassen sie Spitzmause liegen?

Weil deren Speichel einen Giftstoff enthält. Da Spitzmäuse aber so schön raschein und pfeifen, aktivieren sie den Jagdtrieb der Katzen. Jagen und fressen sind zwei unterschiedlich programmierte Verhaltenskreise. Das Jagen endet mitt dem Töten. Ob die Beute auch gefresser wird, hängt davon ab, ob sie geniessbar ist.

Wie schafft es die Katze, haargenau zu wissen, wann der nächste Besuch beim Tierarzt ansteht, um sich dann punktgenau zu verdrücken?

Die Katze merkt sofort, wenn wir auf den Modus "Sie darf ja nicht merken, dass es gleich zum Tierarzt geht" schalten. Vermeintlich unauffälliges Verhalten dünkt sie sehr auffällig.

Wie sucht sich eine Katze aus einer Gruppe von Menschen, immer denjenigen aus, der Katzen nicht mag?

Leute, die Katzen nicht mögen, schenken ihr kaum Aufmerksamkeit oder ignorieren sie ganz. Sie machen aus Katzensicht alles richtig: ein kurzes Blinzeln, gefolgt von konstantem Nichtbeachten - das ist ein formvollendetel höfliches Verhalten.

Weshalb schnurren Katzen?

Um ihrer Umwelt mitzuteilen, dass sie sich wohlfühlen. Es gibt allerdings auch Katzen, die beim Tierarzt schnurren und sich damit selbst beruhigen. Dieses Kommunikationsmittel beherrschen nur Kleinkatzen. Löwen, Tiger, Geparden, Leoparden und Jaguare schnurren nicht.

Was passiert, wenn man einer Katze die Schnurrbarthaare stutzt?

Die Schnurrbarthaare sind ein Sinnesorgan; Sensoren, die der Katze melden, wie breit ein Durchgang ist oder wie sich die noch lebende Beute verhält, die sie eben gepackt hat. Fängt eine Katze eine Maus, stülpen sich ihre Schnurrbarthaare wie ein Parabolspiegel über die Beute. Wer der Katze die Schnurrbarthaare stutzt, verstümmelt sie, macht sie tastblind.

Sehen Katzen farbig oder nur schwarz-weiss?

Mehrheitlich schwarz-weiss. Katzen sind dämmerungsaktive Tiere und müssen auch bei schlechtem Licht gut sehen. Ihre Augen haben vor allem Stäbchen und nur wenige Zapfen, mit denen Farben gesehen werden. Stäbchen reagieren auf geringe Lichtstärken sehr empfindlich, ermöglichen aber nur schwarz-weisses Sehen.

Können Katzen fernsehen?

Was sie an den Bildern interessiert, die über den Bildschirm flimmern, sind Bewegung und Ton. Am besten gefallen ihnen Naturfilme, weil es darin raschelt und pfeift.

Wie viele Stunden pro Tag schläft eine Katze?

Das können bis zu 22 Stunden sein.

Wie hat sich die Katze vom einstigen Nutztier zum Haustier gewandelt?

Man geht davon aus, dass sich die Katze halbwegs selbst domestiziert hat, dank den Ressourcen, die der Mensch zur Verfügung stellte: Kornspeicher, die viele Mäuse anzogen. Die Speicher waren für die Katze eine unversiegbare Futterquelle, und die Menschen erkannten in der Mäusejägerin ein nützliches Tier. Hierzulande wurde die Katze in den Fünfzigerjahren zum eigentlichen Haustier. Zusammen mit dem Hund, der sich ebenfalls vom Arbeitstier zum Freund entwickelte.

Landen Katzen nach einem Sturz tatsächlich immer auf allen Vieren?

Das hängt von der Höhe ab. Hält man eine Katze an den Pfoten und lässt sie dann aus einem Meter Höhe fallen, schafft sie es nicht, das Vorder- und Hinterteil so zu rotieren, dass sie auf den Pfoten landet. Dafür braucht es eine Höhe von vier bis fünf Metern. Fällt sie hingegen von sehr hoch hinunter, schützt auch die Drehung meist nicht vor Verletzungen, der Aufprall ist zu hart.

Sind sie intelligenter als Hunde?

Katzen punkten bei Aufgaben, die schnelle Reaktionen verlangen. Bei Lernaufgaben aber schneiden Hunde meistens besser ab. Weil sie eher bereit sind, mit dem Menschen zusammenzuarbeiten als Katzen.

Stört es Katzen, wenn sie Übergewicht haben?

Oh ja. Extrem dicke Katzen können sich nicht mehr selber putzen. Ihr Fell verfilzt, ihr After ist verkrustet. Dreckig sein ist für Katzen sehr unangenehm. Medizinisch gesehen führt Übergewicht bei Katzen zu
den gleichen Krankheiten wie bei den Menschen. Sie bekommen Diabetes Typ II, haben Herz-Kreislauf-Probleme und schmerzende Gelenke. Schuld am Übergewicht ist der Mensch, er gibt der Katze zu viel Futter. Viele dicke Katzen werden ausschliesslich mit Trockenfutter ernährt, das eine viel höhere Energiedichte hat als Nassfutter.

Wie lässt sich erkennen, ob eine Katze zu dick ist?

Indem man ihr über die Seiten streicht. Sind ihre Rippen wegen des Fetts, das sie darauf trägt, kaum oder gar nicht zu spüren, hat sie ein, zwei Pfund zu viel. Wichtig zu wissen: Eine zu dicke Katze darf man auf keinen Fall hungern lassen, weil die Leber des Tieres bereits nach 24 Stun den Fett einlagert. Gibt man nicht schnell Gegensteuer, führt dies zum Tod. Am besten lässt man übergewichtige Katzen unter tierärztlicher Aufsicht abspecken.

Bekommen Katzen im Winter kalte Pfoten?

Kommen sie von der Kälte nach drinnen, fühlen sich ihre Pfoten kalt an. Ich weis aber nicht, ob sie an die Pfoten frieren. Gesichert ist, dass Katzen Nässe eklig finden und dass sie im Winter nicht gerne im tiefen Schnee gehen, sie bevorzugen gepfadete Wege.

Können sie mit ihren Pfoten mehr als nur fühlen?

Ja, mit den Drüsen, die sie zwischen den Krallen haben, setzen sie Duftmarken. Und wenn sie Angst haben, bekommen sie schweissige Pfoten und hinterlassen damit einen Abdruck, den sogar die Menschen riechen können.

Sind Katzen sauberer als Hunde?

Auf jeden Fall. Katzen putzen sich viel häufiger als Hunde, sie sind wahre Selbstreinigungsapparate. Sie riechen auch besser als Hunde, nämlich nach gar nichts. Das gilt aber nur für unsere Nasen. Sind Katzen unter sich, läuft ein Grossteil der Kommunikation über Duftstoffe. Mit den Duftdrüsen, die sie am Gesicht und um den Schwanz haben, werden Artgenossen, Gegenstände und auch Menschen markiert. Die Duftdrüsen um die Zitzen beruhigen die Jungtiere und intensivieren die Beziehung zwischen den Kätzchen und dem Muttertier.

Darf man einer Katze nur Vegifutter geben?

Sicher nicht über längere Zeit, weil sie mangelernährt wäre und krank würde.  Die Katze ist eine Verzehrerin von kleinen Nagetieren. Das ist seit fünf Millionen Jahren so. Abgesehen vom Gras, das sie frisst, um die Haarballen im Magen wieder loszuwerden, ist sie weder an einem Salatkopf noch an Broccoli interessiert. Eine Katze nur mit pflanzlicher Kost zu füttern ist deshalb ähnlich absurd, wie einer Kuh Koteletts zu geben. Wer seine Katze vegetarisch ernährt, verkennt ihre Wesensart und missachtet damit die Würde und die Integrität eines Tiers, das ein Fleischfresser ist. Leute, die ein vegetarisches Heimtier wollen, sollen sich ein solches zulegen: Kaninchen, Meerschweinchen oder Ziegen.

Einige Katzen bekommen ein Glöckchen umgebunden. Empfinden sie dieses als Affront?

Das kann ich nicht beurteilen. Mit dem Glöckchen will man verhindern, dass die Katze Vögel jagt. Das nützt meistens nicht lange, weil das Tier schnell herausfindet, wie sie den Vogel trotz Glöckchen geräuschlos anschleichen kann. Ausserdem haben die meisten Katzen bei der Vogeljagd nicht viel Erfolg.

Tut der Mensch cool, macht es ihm die Katze manchmal nach. Können Eigenschaften der Besitzer auf die Katze abfärben?

Je länger Mensch und Katze zusammen leben, desto besser funktioniert das sogenannte Meshing, das Interagieren. Die Beziehung vertieft sich, man ist besser aufeinander abgestimmt. Das kann dann manchmal so wirken, als härte das eine Lebewesen vom anderen gewisse Charakterzüge übernommen.

Der Volksmund sagt, eine Katze sollte mindestens einmal im Leben Junge gehabt haben, sonst werde sie neurotisch.

Dieser Auffassung widersprechen der Schweizer Tierschutz und Fachleute wie der Katzenforscher Dennis Turner vehement. Das Bedürfnis nach Fortpflanzung wird durch die Geschlechtshormone geweckt. Wird diese Hormonquelle mit einer Kastration entfernt, idealerweise im Alter von sechs Monaten, wird auch der Geschlechtstrieb gekappt. Da Tiere nicht in die Zukunft denken und sich deshalb auch keinen Nachwuchs wünschen können, fehlt kastrierten Katzen nichts. Zudem ist es angesichts der hohen Katzendichte, die wir haben, unverantwortlich, wenn jeder Katzenhalter der Meinung ist, sein Tier müsse mindestens einmal Junge haben.

Wie viele Kätzchon kann ein Wurf zählen?

Normalerweise wirft eine Katze zwischen drei und fünf Jungen. Es sind allerdings auch schon Würfe mit bis zu zwölf Kätzchen gezählt worden. Ohne die Hilfe des Menschen werden aber kaum alle überleben. Je grösser der Wurf ist, desto kleiner die Kätzchen. Und da eine Katze nur sechs Zitzen hat, gibt es nicht für alle genug Nahrung.

Können weisse Katzen Sonnenbrand bekommen?

Katzen mit heller Pigmentierung, also weisse, beige und auch rote, sind vor der Sonne nicht so gut geschützt wie Tiere mit dunklem Fell. Liegen sie lange an der Sonne, können sie an den Ohren und auf der Nase Sonnenbrand bekommen. An beiden Stellen ist das Fell dünn und die Haut zu wenig geschützt. Wer eine helle Katze hat, die gerne sünnelet, sollte ihr Ohren und Nasen mit einem Sonnenschütz für Kinder eincremen. Damit das nicht zu einem dauernden Kampf wird, muss das Tier langsam ans Eincremen gewohnt und jedes Mal ausgiebig belohnt werden.

Können Katzen schwimmen?

Wenn sie müssen, können sie. Es gibt auch Katzen, die gerne schwimmen, etwa die Türkische Van, eine Hauskatze. Andere spielen gerne mit Wasser, das aus dem Hahnen tropft oder aus einem Sprinkler sprüht.

Weshalb stämpfelen manche Katzen minutenlang die weiche Unterlage zurecht, auf die sie sich legen wollen?

Das Stämpfelen ist der sogenannte Milchtritt. Damit regen Jungtiere den Milchfluss der Mutter an. Man sagt, dass Katzen, die früh von ihrer Mutter getrennt wurden, den Milchtritt auch im Erwachsenenalter noch zeigen. Es gibt aber auch Katzen, die lange mit der Mutter zusammen waren und dennoch stämpfelen, sobald sie auf einer warmen, weichen Unterläge stehen. Weil es ihnen offensichtlich wohl ist.

Haben Katzen einen sechsten Sinn?

Nein, fünf wie wir auch, aber deutlich besser entwickelte. Mit ihrem feinen Gehör etwa hören sie Feldmäuse selbst in unterirdischen Gangsvstemen rascheln.

Wie schaffen es Katzen, die in ein neues Heim gezügelt wurden, über Hunderte von Kilometern ihre alte Heimat wiederzufinden?

Es sind nicht Hunderte von Kilometern, diese Zahl gehört zu den urbanen Legenden. Meistens finden sie im Umkreis von fünf Kilometern problemlos zu ihrem alten Zuhause zurück. In Einzelfallen kann es auch mal eine grössere Distanz sein. Wer mit seiner Katze an einen Ort zügelt, der keine fünf Kilometer vom ehemaligen Daheim entfernt ist, sollte sie zwei Monate lang in der Wohnung behalten. Hat sie eine sehr enge Beziehung zu ihren Menschen, darf sie früher raus. Taucht die Katze trotz des langen Hausarrests am alten Ort wieder auf, darf sie von den einstigen Nachbarn weder gefüttert noch in die Wohnung gelassen werden. Die Katze arrangiert sich nur dann mit dem neuen Zuhause, wenn das alte für sie nicht mehr interessant ist.

Haben Katzen Altersbeschwerden?

Ja, vor allem unsere Hauskatzen, die bis zu 20 Jahre alt werden können und damit, verglichen mit Wildkatzen, biologisch gesehen während der Hälfte ihres Lebens alt sind. Wildkatzen sterben meist mit 12 oder 13 Jahren. Viele alte Hauskatzen leiden an einer chronischen Niereninsuffizienz, ihre Nieren funktionieren nicht mehr richtig. Das hat unter anderem damit zu tun, dass das Halbwüstentier Katze Hochleistungsnieren hat. Und solche funktionieren in der Regel nicht zwei Jahrzehnte lang einwandfrei.

Weshalb werden viele Katzen im Alter gesprächig?

Menschen, die häufig mit ihrer Katze reden und auf ihr Miauen reagieren, machen sie zusehends kommunikativer. Die  Gesprächigkeit von alten Katzen kann aber auch ein Anzeichen von Demenz sein. Die Katze wird ängstlicher oder wahlerischer. Manche können sich in der bekannten Umgebung nicht mehr orientieren, andere schlafen viel mehr und werden unruhiger. Mit häufigerem Miauen versuchen sie, sich zu orientieren.

Wie kann man dementen Katzen helfen?

Mit Medikamenten und Herausforderungen. Demente Katzen sollten für ihr Futter arbeiten müssen, das hält sie länger frisch. Es gibt verschiedene Spiele für diesen Zweck. Wichtig ist auch, dass sie vom Menschen viel Zuwendung bekommen.

Haben Katzen beste Freunde?

Ja. Das kann eine Artgenossin sein, ein Mensch, ein Hund oder ein anderes Tier. Freundschaften mit anderen Tieren funktionieren aber meist nur dann, wenn die Katze mit dem anderen Tier aufgewachsen ist. Kürzlich schickte mir eine Kollegin Filmaufnahmen, die eine Katze und eine Schleiereule beim Spielen zeigen; die beiden sind zusammen gross geworden.

Wie lange harren Katzen vor einem Mauseloch aus?

Höchstens eine halbe Stunde. Bei mangeldem Erfolg suchen sie meistens nach einer Viertelstunde das nächste Loch auf.

Was ist der Katze wichtiger? Der Ort oder die Menschen, mit denen die Katze zusammenlebt?

Hat die Katze zu ihren Menschen eine gute Beziehung, sind diese genauso wichtig wie ein strukturierter Lebensraum.  Das zeigt sich vor allem dann, wenn man die Katze während der Ferien ins Tierheim gibt. Dort fühlt sie sich doppelt unwohl, weil sie weder ihre Menschen hat noch ihren gewohnten Lebensraum. Die meisten Katzen haben mehrere Zuhause. Ein sogenanntes Primärheim, das ihnen die meisten Ressourcen bietet: Futter, Streicheleinheiten, Schlafplätze und Jagdgelegenheiten. Daneben gibt es Sekundärheime. Das eine bietet vielleicht einen tollen Schlafplatz in einer Scheune, das andere lockt mit Mäusen, und im dritten gibt es Milchbrocken. Sobald sich die Bedingungen im Primärheim verschlechtern, wandert das Tier weiter und versucht sich in dem Sekundärheim einzunisten, das am vielversprechendsten ist. Wir müssen uns die Liebe unserer Katze also jeden Tag neu verdienen.

Weshalb wechseln Katzen alle paar Wochen ihren Lieblingsplatz?

Der Schlafplatzwechsel ist ein angeborenes Verhalten. Wild lebende Katzen haben
Parasiten. Würden sie immer am selben Platz liegen, wäre dieser mit der Zeit verseucht. Hauskatzen sind meistens gegen Parasiten behandelt, da sie das aber nicht wissen, suchen auch sie in regelmässigen Abständen einen neuen Schlafplatz.

Der Korb, den der Mensch der Katze gekauft hat, wird oft verschmäht. Was passt der Katze nicht?

Je teurer der Korb war, desto uninteressanter ist er meist. Keine Ahnung, weshalb das so ist. Vielleicht riecht er seltsam oder knarzt, wenn sich die Katze hinlegen will. Katzen mögen weiche Plätzchen oder hoch gelegene, die ihnen eine gute Übersicht ermöglichen.

Weshalb schlafen manche Katzen nicht auf, sondern wie ihr Mensch unter dem Duvet?

Weil das Duvet eine Höhle ist, in der sie sich verstecken können.

Wieso versteht sich eine Katze mit Nachbars Kater nur so lange prächtig, wie sie sich unbeobachtet fühlt, faucht ihn aber sofort an, wenn ihre Menschen auf den Plan treten?

Dieses Verhalten heisst gestützte Drohung: Man vergewissert sich, dass das Alphatier hinter einem steht - erst dann wird der andere bedroht. Sollte er es wagen, zurückzudrohen, bekommt er vom Alphatier "auf den Gring".

Hat die Katze, die in einer Familie lebt, einen Lieblingsmenschen?

Katzen pflegen zu den verschiedenen Familienmitgliedern unterschiedliche Beziehungen. Je nachdem wer ihnen Futter gibt, wer häufiger zu Hause ist, mehr mit ihnen kommuniziert, sie öfter streichelt - oder sie in Ruhe lässt.

EIN CHIP FÜR DIE KATZE
Bis zu 20000 Haustiere verschwinden hierzulande jedes Jahr spurlos, 80 Prozent davon sind Katzen. Trägt die Katze einen reiskorngrossen Mikrochip. implantiert auf der linken Halsseite, kann das entlaufene Tier identifiziert werden. Tierheime, die Polizei und immer häufiger auch Kadaversammelstelten sind mit Mikrochip-Lesegeräten ausgerüstet. Der Chip wird von Tierärzten mit einer Spritze implantiert, der Eingriff ist für die Katze praktisch schmerzlos. Die Registrierung der elektronischen Kennzeichnung läuft über den Animal Identity Service [Anis], die nationale Datenbank für gekennzeichnete Haustiere. Infos unter
www.anis.ch

Merkt die Katze, wenn es ihrem Menschen nicht gut geht?

Ja, weil sich der Mensch anders verhält. Gewisse Veränderungen, zum Beispiel Stress, kann sie sogar riechen.

Gibt es unter Katzen, die im selben Quartier leben, eine Rangordnung?

Rangordnungen entstehen, wenn die Ressourcen limitiert sind, etwa ein Futternapf für alle. Das ist bei Katzen kaum der Fall. Und ihre Beute machen sie sich nicht streitig, ein Happen Maus reicht nicht für zwei Tiere. Leben mehrere Katzen im selben Quartier, stellen sie keine Rangordnung auf, sondern praktizieren eine Art zeitliche Staffelung. Mit Duftspuren, die die Katze setzt, informiert sie ihre Artgenossen, wann sie sich wo befindet. So können Tiere, die sich einen Lebensraum teilen, Konflikte vermeiden.

Was fürchten Katzen am meisten?

Das hängt von den Erfahrungen ab, die sie in den ersten sieben Lebenswochen machen. Es gibt Katzen, die sich vor Feuerwerk fürchten oder vor Gewittern. Andere sind als Jungtiere nie einem Hund begegnet und machen die Schraube, sobald sie einen erblicken. Gewisse Ängste kann man verstärken oder abschwächen. Zuckt der Mensch bei einem Gewitter zusammen, bibbert auch die Katze. Dasselbe gilt für Feuerwerk. Tiere, die sich fürchten, wenn rundum Raketen steigen, sollte man nicht trösten, weil man damit ihre Angst verstärkt.

Ist die Mehrheit der Katzen schnäderfrässig oder jeweils nur gerade die, mit der man zusammenlebt?

Schnäderfrässige Katzen sind dazu erzogen worden, wählerisch zu sein. Die meisten Menschen geben ihrem Tier aufs Mal 100 Gramm Nassfutter, manchmal sogar mehr. Die Katze aber würde am liebsten über den Tag verteilt mehrere Happen essen, die einer Mausportion entsprechen. Einen voll gefüllten Napf frisst sie meistens nicht leer. Bleibt das Nassfutter ein paar Stunden lang liegen, schmeckt es für die Katze abgestanden, sie betrachtet es als Aas, und solches frisst sie nicht. Sie will frisches Futter und fordert dieses mit einem Miauen ein, das so kläglich klingt, als stünde sie kurz vor dem Verhungern. Steigt der Mensch immer wieder darauf ein, zieht er ein schnäderfrässiges Tier heran.

Manche Katzen ignorieren ihre Besitzer, die aus den Ferien zurückkehren, ein paar Tage lang. Sind sie beleidigt?

Beleidigtsein ist ein komplexes Gefühl. Katzen, die ihre Ferienheimkehrer eine Zeit lang nicht beachten, machen das wahrscheinlich, weil eine neue Situation eingetreten ist: Sie kennen die Menschen zwar, die jetzt wieder die Wohnung bevölkern, sind ihnen aber in den letzten zwei, drei Wochen nicht begegnet.

  

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