Recurve-Bogen

 

 

 

 

 

 

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Grüezi!ThemenBogenschiessenRecurve-Bogen

Einen Recurve-Bogen zusammenbauen und einstellen

Recurve-Bogen 
Bogen spannen 
Spine 
Zielscheibe 
Rogers Recurve 
Rogers Pfeile 

 

Recurve zusammenbauen - Schritt-für-Schritt-Anleitung

Warum neu erfinden, wenn man ein so gut gemachtes Video auf dem Web findet? In English, aufgrund der guten Kameraführung aber auch ohne Englischkenntnisse verständlich.

https://www.youtube.com/watch?v=Pgj_qygGNC0

Wenn Du Dir einen Bogen kaufen willst, der mit allem Drum und Dran geliefert wird, solltest Du das Untenstehende verstanden haben, denn sonst bestellst Du sicher was, mit dem dem Du später nicht zufrieden sein wirst.

 

Wurfarme (Limbs) und Mittelteil (Riser)

Wurfarme gibt es in verschiedenen Grössen und in verschiedenen Stärken. Die Standard-Grössen bewegen sich zwischen 64 - 70 Zoll, wobei es auch noch kleinere und sogar Wurfarme von 72 Zoll zu kaufen gibt. Die Stärken der Wurfarme bewegen sich so zwischen 19 und 44 Pfund, wobei es auch hier natürlich wieder Ausreisser nach oben und unten gibt. Jetzt habe ich aber schon vorgegriffen. Wie gross Dein Bogen (für Erwachsene) in etwa sein sollte oder könnte, zeigt folgende Tabelle:

Körpergrösse

Riser

Wurfarm

kleiner als 165cm

23 Zoll (Inch)

64 Zoll (Inch)

165 - 170cm

23 Zoll (Inch)

66 Zoll (Inch)

170 - 180cm

23 Zoll (Inch)
25 Zoll (Inch)

68 Zoll (Inch)
66 Zoll (Inch)

180 - 190cm

25 Zoll( Inch)

68 Zoll (Inch)

grösser als 190cm

25 Zoll (Inch)

70 Zoll (Inch)


Im Bild oben siehst Du einen Bogen mit einem 25-Zoll-Riser (gelb) und 68-Zoll-Wurfarmen sowie einem 23-Zoll-Riser (rot) und 70-Zoll-Wurfarmen. Die beiden Bogen sind somit gleich lang.

  
Für das Mittelteil, den Riser, gibt es 2 Standard-Grössen für Metall-Riser: 23 oder 25 Zoll. Gibt natürlich auch andere, aber dies sind die am Häufigsten anzutreffenden. Die Standard-Pfeil-Länge für Messungen beträgt 28 Zoll! Diese Grössenangabe findest Du nirgends angeschrieben, sie ist auch nicht mit den 28 Pfund für das Zuggewicht des Wurfarms zu verwechseln.

25 H (Länge in Zoll des Risers)  / ergibt 68 Zoll Wurfarme / mit einem Zuggewicht für ein 28-Zoll-Pfeil von 28 Pfund
23 H (Länge in Zoll des Risers)  / ergibt 66 Zoll Wurfarme / mit einem
Zuggewicht für ein 28-Zoll-Pfeil von 30 Pfund

25 H (Länge in Zoll des Risers)  / ergibt 70 Zoll Wurfarme / mit einem Zuggewicht für ein 28-Zoll-Pfeil von 24 Pfund
23 H (Länge in Zoll des Risers)  / ergibt 68 Zoll Wurfarme / mit einem
Zuggewicht für ein 28-Zoll-Pfeil von 26 Pfund
Im Weiteren sind die Wurfarme auch noch mit "upper" und "lower" für Oben und Unten angeschrieben.

Nun ist es eigentlich ganz einfach den passenden Bogen zu finden. Eigentlich. Grosse Leute nehmen grosse Wurfarme (70 Zoll), kleine Leute nehmen kleine Wurfarme (66 Zoll). Starke Leute nehmen viel Gewicht (Zugstärke). Schwächlinge und Anfänger  nehmen wenig Gewicht? Falsch, aber doch richtig. Zu Beginn starte auf jeden Fall mit wenig Gewicht, denn nur so kannst Du an Deinem Schuss, Deiner Schusshaltung etc. wirklich üben und auf kurze Distanzen (kleiner 30m) spielt das Zuggewicht sowieso noch nicht so eine entscheidende Rolle. Generell macht es nie Sinn, einen Bogen zu schiessen, der stärker ist, als Du selbst. Denn nur, wenn Du Dich beim Schiessen aufs Zielen und Deine Haltung konzentrieren kannst, werden Dir gute Schüsse gelingen.

Nun lernen wir aber gleich etwas. Du bist 1.90m gross und hast Dich deshalb für Wurfarme von 70 Zoll mit einem Mittelteil von 25 Zoll entschieden. Die Wurfarmstärke beträgt gemäss Hersteller 24 Pfund (wie oben abgebildet). Du glaubst nun, Du schiesst mit 24 Pfund? Falsch. Es kommt natürlich noch darauf an, wie sehr Du den Pfeil spannst, was für einen Auszug Du also hast. Achtung, bei folgender Faustregel ist die Pfeillänge entscheidend und nicht das Zuggewicht.

"1 Zoll (2.54cm) zusätzlicher Auszug (Pfeillänge) entspricht etwa 2 Pfund, 1 Zoll (2.54cm) weniger Auszug (Pfeillänge) entspricht etwa minus 2 Pfund".

Wenn Du also Pfeile mit einer Länge von 31 Zoll ausziehst und schiesst (31 Zoll entsprechen in etwa der Länge eines Pfeils für einen 1.90m-Schützen) hast Du ein Zuggewicht von 24 + (31 - 28) * 2 = 30 Pfund.

1 Zoll entspricht übrigens exakt 2.54cm, aber das weisst Du sicher schon, wenn Du oben gelesen hast. Das englische Wort für "Zoll" ist "Inch" oder auch "Tax", aber dann ist der Zoll ein anderer. Natürlich ist im Bogensport auch 1 Pfund nicht 500 Gramm, wäre ja zu einfach und schön gewesen. 1 englisches Pfund entspricht 453.592 Gramm. 2 Pfund entsprechen also etwa 910 Gramm. Ein Bogenschütze der 30 Pfund zieht, hat also etwa 14.6 kg zu stemmen und nicht 15 kg.

Bist Du eher klein geraten, dafür kräftig, hast Du vielleicht Wurfarme von 34 Pfund, dafür ist Dein Pfeil nur 26.5 Zoll lang, das heisst, Du schiesst mit 34 + (26.5 - 28) * 2 = 31 Pfund.

Einklicken des Wurfarms

All diese Regeln gelten aber auch nur, wenn Dein Bogen richtig eingestellt ist, vor allem die Standhöhe muss stimmen, zur Standhöhe später mehr. Bei einem fixfertig gekauften Bogen kannst Du davon ausgehen, dass die Standhöhe, die im Wesentlichen durch die mitgelieferte Sehne bestimmt wird, stimmen sollte. So, genug der Theorie. Stecke den Bogen zusammen. Aber welcher Wurfarm kommt nach oben und welcher kommt nach unten? Ganz einfach, dort wo die Wurfarmgewichte angeschrieben sind (siehe Bilder oben) findest Du auch den Hinweis "upper" = oben oder "lower" = unten. Früher war es noch einfacher. Aus der Sicht des Schützen, der auf den Bogen schaut, war der Wurfarm ohne Werbung immer der obere, der mit Werbung der untere. Das gilt heute leider nicht mehr für alle Wurfarme, da diese von allen Seiten mit Werbung bedruckt sind. Ich selbst habe mir mit Schrumpfschlauch für die oberen Wurfarme Markierungen angebracht, so muss ich beim Zusammenbauen nicht immer gross studieren.

Die Wurfarme sehen gleich aus, da kommt es doch nicht drauf an, welcher nach Oben und welcher nach Unten kommt? Falsch. Die Wurfarme sehen zwar gleich aus, werden aber vom Hersteller unterschiedlich stark gebaut. Stichwort: Tiller. Dazu unten auch mehr. Deshalb gehört der obere Wurfarm immer nach oben und der untere immer nach unten.

  
Oberer Wurfarm ohne Werbung aus Sicht des Schützen und  selbstangebrachte Markierungen mit Schrumpfschlauch

Dass die Wurfarme nach dem Zusammensetzen in der Halterung ein wenig wackeln ist übrigens normal und muss Dich nicht weiter beunruhigen. Das Klickgeräusch beim Einrasten zeigt Dir, ob Du alles richtig gemacht hast.

 

Sehne anbringen

Als Nächstes bringen wir die Sehne an und spannen den Bogen auf.

Die mitgelieferte Sehne sollte auf jeden Fall passen. Sie hat hoffentlich eine grosse und eine kleine Schlaufe. Die grosse Schlaufe bringst Du oben am Bogen an, die kleine Schlaufe gehört nach unten. Leider sind die Schlaufengrössen nicht immer eindeutig. Ich klebe mir mit Schrumpfschlauch jeweils an die oberen Sehnenenden Markierungen an, das hilft mir beim Erkennen von Oben und Unten.


Das obere Ende der Sehne hat eine grössere Schlaufe und hier eine zusätzliche Markierung. Du siehst zwei oberen Enden.

Zum Spannen nimmst Du eine Spannschnur. Die kleine Schlaufe der Sehne wird über den unteren Wurfarm gelegt. Die Gummikappe der Spannschnur kommt über die eingehängte untere kleine Schlaufe der Spannschnur.

Wie's genau geht wird Dir hier gezeigt: Bogen spannen mit Spannschnur


Zum Sehnenkauf gibt es auch wieder eine Faustregel. Hast Du 68-Zoll-Wurfarme mit einem 25-Zoll-Riser, so kaufst Du 68-Zoll-Sehnen. 66-Zoll-Wurfarme ergibt zusammen mit 25-Zoll-Riser 66-Zoll-Sehnen, 70-Zoll-Wurfarme ergibt zusammen mit einem 25-Zoll-Riser 70-Zoll-Sehnen. Hast Du nun aber nur einen 23-Zoll-Riser, so musst Du Deine Sehne um 25 minus 23 = 2 Zoll kürzer kaufen. Du erinnerst Dich an folgendes Bild? Auf dem Wurfarm ist somit auch die Sehnengrösse passend zum Riser (Mittelteil) angeschrieben.

Aber wie gesagt, keine Regel ohne Ausnahme. Unbedingt die Hersteller-Angaben beachten, denn diese Faustregel gilt leider nicht für jeden Recurve-Bogen.

 

Standhöhe (Brace Height)

Die Standhöhe wird gemessen zwischen Sehne und tiefstem Teil der Griffschale. Es ist nicht ganz so einfach, die ideale Standhöhe zu finden. Der Bogen sollte einen guten Sound machen, kaum vibrieren, stark schiessen und gut gruppieren. Bei niedriger Standhöhe wird der Bogen weiter und stärker schiessen, aber blechern klingen und nicht so gut gruppieren. Bei hoher Standhöhe wird er nicht so weit werfen, aber gut klingen und gut gruppieren.

Wie man die Standhöhe  mit dem Checker ermittelt, zeigt dieses Bild. Im rechten Winkel von der Griffmulde bis zur Sehne messen.

Win&Win empfiehlt folgende Standhöhen für ihre Bogen:

Bogenlänge
Win&Win

Standhöhe
Zoll

Mittelwert
Zoll

Standhöhe
cm

Mittelwert
cm

 

Faustregel
Minimum
Zoll

Faustregel
Minimum
cm

64 Zoll

8 1/8 - 8 7/8

8 3/8

20.5 - 22.0

21.3

 

7 4/8

19.1

66 Zoll

8 2/8 - 9

8 5/8

21.0 - 22.8

21.9

 

7 6/8

19.7

68 Zoll

8 4/8 - 9 2/8

8 7/8

21.5 - 23.5

22.5

 

8

20.3

70 Zoll

8 6/8 - 9 3/8

9 1/8

22.0 - 24.0

23.0

 

8 2/8

20.9

Von den anderen Herstellern habe ich leider keine Angaben gefunden. Es gibt aber eine Faustregel für die minimale Standhöhe.

Faustregel Minimum:
Um die minimale Standhöhe zu ermitteln, teile die Bogenlänge einfach durch 8.5!

Aber Achtung!

In der Zwischenzeit sind viele Herstellerangaben auch sinnlos geworden, da bei neueren Mittelteilen die Griffmulden inzwischen rund ein Viertel Zoll (ca. 0.6 cm) tiefer wurden, als bei früheren Modellen. Die Standhöhenangaben in den Handbüchern wurden meines Wissens nie angepasst!

Wenn Du einen Komplettbogen mit Sehne gekauft hast, wirst Du Dich sicher im angegebenen Standhöhenbereich befinden. Du musst Dich also erstmals noch um nichts kümmern.

Tatsächlich hängt die Standhöhe ohnehin vom Schützen ab und muss ausgeschossen werden beim Feintuning. Das funktioniert aber erst, wenn man schon wirklich regelmässig gut schiesst. Entfernung wählen, bei der man noch gut gruppiert (18 Meter) und mit der Standhöhe am unteren Ende beginnen. Einige (nummerierte) Pfeile schiessen, Auf Sound und Vibrationen achten. Ergebnis notieren. Die Standhöhe etwas erhöhen durch Eindrehen der Sehne, Ergebnis notieren. Weiter so bis zum oberen Ende der Herstellerangaben. Die richtige Standhöhe ist erreicht, wenn die Pfeile am höchsten landen, gut gruppieren und der Bogen gut klingt. Habe das abgeschrieben, ich schiesse nicht so gut, als ob ich diese Testerei wirklich gemacht hätte.

Nochmals wichtig: Hast Du eher eine niedere Standhöhe eingestellt, hast Du mehr Druck auf dem Pfeil und er sollte gerader (im Sinne von weniger "Bogenflug") fliegen, eine höhere Standhöhe wird dazu führen, dass der Bogen präziser zu handhaben ist.

Du veränderst die Standhöhe ganz einfach, indem Du die Sehne ein- und ausdrehst. Das musst Du selbst ausprobieren und messen, hier ist wirklich jeder Bogen individuell und auch die Beschaffenheit der Sehne spielt eine Rolle.

Als Faustregel gilt: 10 Umdrehungen sind etwa 1 Zoll (2.54cm) Standhöhe!

Das folgende Video zeigt Dir sehr gut, wie Du die Standhöhe veränderst:

https://www.youtube.com/watch?v=QQROhQ_dC74

 

Tiller

Der Tiller ist die Differenz der Abstände des unteren und des oberen Wurfarms zur Sehne, gemessen am Übergang der Wurfarme zum Mittelteil. Häääh?

Der Recurvebogen hat einen Tiller. Der Tiller wurde eingeführt, um ein Ungleichgewicht im Auszug zu korrigieren. Jeder Bogenschütze packt mit der Bogenhand in das Griffstück des Bogens, die Zughand liegt aber nicht in einer geraden Linie zur Bogenhand. Beim Abschuss wird der Bogen also natürlich etwas schräg gehalten. Dies bedeutet, dass (meistens) der untere Wurfarm stärker belastet wird. Es wird unterschiedlich viel Energie von den Wurfarmen abgegeben. Dies ist ungünstig für den Pfeil-Flug, der Tiller korrigiert das Ungleichgewicht.

Die Grafik verdeutlicht dies. Beispiel eines Tillers von 3.


Den Tiller am Riserende messen.

Richtig eingestellte Tiller sollen bewirken, dass die Wurfarmenden synchron nach vorne geworfen werden, wenn der Pfeil die Sehne verlässt. Mit dem Tillern verändert man die Stellung der Wurfarme zum Mittelteil und beeinflusst damit die Kraftabgabe der Wurfarme. Der Schütze verlagert durch seinen individuellen Druckpunkt den theoretischen Drehpunkt je nach Handhaltung oder gewählter Griffgeometrie nach oben oder unten. Das hat auf die Abstimmung der Wurfarmsynchronisation Einfluss und bedingt eine asymmetrische Belastung des gesamten Systems. Die Kraftmitte des Bogens, der Center, liegt ca. 3.5 bis 4.5 cm, je nach Konstruktion des Mittelteils, oberhalb des Drehpunktes bzw. der symmetrischen Mitte. Bei der Einstellung des korrekten Tillers sind die Herstellerangaben des Mittelteils unbedingt zu berücksichtigen. Der Hersteller hat viele Möglichkeiten eine Lösung im Wurfarm zu verbauen. Die modernsten Mittelteile können - natürlich auch wieder abhängig vom Schützen - mit einem sehr kleinen oder sogar einem Nulltiller geschossen werden.

In der Literatur findet man auch verschiedene "optimale" Tiller je nach Bogenlänge:

Bogen

Tiller

66 Zoll (Inch)

2 (mm)

68 Zoll (Inch)

3 (mm)

70 Zoll( Inch)

4 (mm)

Man schiesst mit drei Fingern, das heisst, Du klemmst den Pfeil zwischen Zeige- und Mittelfinger ein. Der Ringfinger (dritter Ziehfinger) hilft beim Mitziehen der Sehne, Du hast auf dem unteren Teil der Sehne also mehr Zugkraft, das heisst auch auf dem unteren Wurfarm mehr Druck.

Mein Win&Win hat einen Tiller von 3 gemäss Handbuch. Mein SF hat ebenfalls einen Tiller von 3. Ich habe die Handbuch-Werte übernommen und auch beim 70''-Bogen den Tiller bei 3 belassen und nicht auf 4 gestellt.

Du nimmst Deinen aufgespannten Bogen und misst die Distanz von der Stelle, an der das Mittelteil aufhört und der Wurfarm herausragt (das Riserende), bis zur Sehne. Diesen Wert musst Du Dir notieren. Mit dem unteren Wurfarm nun dasselbe. Der Wert des oberen Wurfarms (im Beispiel 17.3 cm) und des unteren Wurfarms (17.0 cm) wird subtrahiert. In diesem Beispiel also
(17.3 - 17.0) * 10 = 3. Der Tiller in diesem Beispiel wäre also Drei (3). Ist ja auch mein Bogen! Für einen modernen Bogen ist dieser Tillerwert relativ gross, durch die immer stabileren Mittelteile kann ein Tiller nahe Null erreicht werden, bei etwas älteren Mittelteilen beträgt der Tiller häufig zwischen 5 bis 10.

  
Bei diesem Riser (Mittelteil) wird der Tiller durch Verstellen der gelb umrandeten Schraube beeinflusst. Die Tillereinstellung variiert von Modell zu Modell. Der für den Bogenschützen ideale Tiller wird in der Feintungingphase sehr aufwändig ermittelt. Ich schiesse komischerweise wirklich mit einem Bogen mit einem Tiller = 3 am Besten, also so wie ich ihn als Anfänger erhalten habe. Aber unter uns Klosterbrüdern , wenn Du den Bogen neu hast, sollte der Tiller richtig eingestellt worden sein.

Hier noch Grafiken, die verschiedene Tiller zeigen. Vielleicht helfen sie Dir, Deinen Tiller einzustellen

.Sebastian Flute

Samick Masters

Gerader Bogen? Wurfarme ausrichten

Wenn Du einen neuen Bogen gekauft hast, sollten die Wurfarme auch gerade auf das Mitteilteil gelegt werden können und die Sehne verläuft in einer geraden Linie von Wurfarmende zu Wurfarmende. Das prüfst Du einfach mit Schauen. Sollten die Wurfarme verbogen sein, gib den Bogen zurück und kaufe gerade. Verläuft die Sehne nicht gerade, hast Du sie vielleicht auch noch nicht aufgezogen?

Du könntest das Ungleichgewicht mit Verstellen der gelb markierten Schrauben (Bild rechts) beheben, aber im Ernst, die Wurfarme sind wahrscheinlich verzogen und gehören ersetzt.

 

 

Die Sehne muss "bolzengerade" über die beiden Wurfarme laufen. Ausser mit den grünen Wurfarmen in der Grafik rechts macht das Schiessen mit keinem der anderen abgebildeten Bogen wirklich Spass. Verbogene Wurfarme musst Du leider wegschmeissen. Vor allem beim Internetkauf kannst Du Pech haben und krumme Wurfarme geliefert bekommen. Den Beweis zu führen, dass die Wurfarme verzogen sind, ist äusserst schwer.

 

Pfeilauflage (Arrow Rest)

Günstige Pfeilauflage für einen Rechtshandschützen. Der Bogen wird mit der linken Hand gehalten.

Ein etwas teureres, aber auch viel besseres Modell des Herstellers Gabriel, das von hinten angeschraubt wird. Ebenfalls ersichtlich ist der Button/Plunger, der durch das vordere Loch montiert wird. Das Gute an den Gabriel-Pfeilauflagen ist, dass sie geschraubt und nicht geklebt werden, somit auch nachjustiert und einzelne Teile ersetzt werden können.

 

Button (Plumber) Abstand einstellen

Der Button sorgt dafür, dass der Pfeil nur auf einem kurzen Rund im gewünschten Abstand zum Bogen aufliegen kann. Mit dem Button stellst Du den Links/Rechts-Abstand Deines Bogens ein.

Das kannst Du sehr einfach mit Augenmass machen. Nocke den Pfeil auf und schaue durch den Pfeil hindurch. Wenn Du den Bogen nun gerade hältst, das heisst die Sehne genau mittig zu den Wurfarmen ist und Du durch den Pfeil hindurchschaust, siehst Du die Pfeilspitze nicht. Ist wirklich selbsterklärend.

Im Bild links liegt die Sehne noch nicht genau in der Mitte und auch das Auge (der Fotograf) sieht nicht nur die Nocke des Pfeils, sondern auch die Pfeilspitze. Schau also mit dem Zielauge durch den Pfeil hindurch.

Hast Du noch Abweichungen, musst Du nun Deinen Button korrigieren. Die Pfeilspitze darf weder links noch rechts sichtbar sein.

Die meisten Buttons lassen sich in der Höhe verstellen, indem man mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel die Schraube löst, ein- oder ausdreht und dann die Schraube wieder anzieht.

Die teureren Modelle lassen sich schneller und besser verstellen. Du kannst aber getrost auf die teuren Modelle verzichten, denn so einen Button verstellst Du höchst selten.

Schaue den Film unten!

Der ideal gesetzte Button liegt genau in der Durchmessermitte des Pfeiles, wie die Grafik veranschaulicht. Schiesst Du Pfeile mit unterschiedlichen Durchmessern, dann müsstest Du die Pfeilauflage verstellen. Stell den Button so, dass die dicksten Pfeile am Besten passen.

So sieht das bei diesem Bogen und Pfeilen von 7.4mm Dicke aus. Achtung, wie gesagt, jeder Bogen mit jedem Pfeil ergibt andere Werte. Der Finger der Pfeilauflage könnte sogar noch etwas nach rechts genommen werden, ich schiesse aber unterschiedlich dicke Pfeile, so dass es halt nicht für alle Pfeile passt (der dickste Pfeil war massgebend).


Dieser Button musste in einem Abstand von 8.5mm zur "Bogenwand" gestellt werden. Buttons selbst gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Bei den etwas besseren Modellen werden sogar verschiedene Federn mitgeliefert (nicht sichtbar, im Button verbaut), um den Button noch weicher oder noch härter einstellen zu können. Der Button ist nämlich nichts anderes als ein Knopf, der dem Druck des abgehenden Pfeils nachgibt.

Jetzt kommt mein Lieblingsfilm! Für einen Recurve-Bogen-Schützen ist es nicht so wichtig, in welcher Härte der Button aufgesetzt ist, nur gar zu weich sollte er nicht sein. Film ab:

 https://www.youtube.com/watch?v=iIMpLv6U67w

Wie Du siehst, weicht der Button ganz zu Beginn der Schussabgabe zurück. Der Pfeil verlässt den Bogen aber so schnell, dass er gar nicht mehr dazu kommt, noch ein zweites Mal zurückweichen zu können. Auch magnetische Pfeil-Klapp-Auflagen sind für Recurve-Bogen ein grosser Humbug. Sie bewirken auf den abgehenden Pfeil nichts, ausser Dein Glaube versetze Berge (bzw. das Gold). Auch bekannt als Placebo-Effekt. Ich habe zum Beispiel eine Apollon-Plakete auf meinen Bogen geklebt, seither treffe ich viel viel besser. Ein Button muss stabil gebaut und in der Höhe verstellbar sein, sonst nichts. Das Geschriebene gilt aber nur für Recurve-Bögen, bei Compunds sieht es anders aus und dort erfüllt der Button und sicher auch die Magnet-Klapp-Auflage ihre Zwecke.

Nockpunkt setzen

Zuerst einmal. Es gibt nicht den einzig richtigen Ort zum Setzen des Nockpunkts. Nachfolgend wird die Faustregel wieder für Recurve-Bögen beschrieben. Je nach Schütze und Distanz auf die Du schiesst, kann es aber Abweichungen geben.

Ich selbst setze meine Nockpunkte wie oben beschrieben, eher noch etwas höher, also 8/16 Zoll. Die genaue Nockpunkthöhe variiert von Schütze zu Schütze. 6 Striche nach oben auf dem Checker ist aber eine gute Faustregel.

Was auch noch wichtig ist. Setze unbedingt nur einen, den oberen Nockpunkt, so dass Du den Pfeil unten dranlegen kannst. Zwei Nockpunkte sind unnötig.

Die im Film ganz am Anfang beschriebene Methode mit der Konstruktion von Nockpunkten mit zusätzlichem Garn ist auch sehr gut. Problematisch wird aber die Entfernung dieser Nockpunkte werden, da sind die gesetzten aus Metall schon viel freundlicher in der Handhabung.

Der Pfeil wird bei Recurve-Bogen immer so aufgelegt, dass die Leitfeder nach vorne zeigt. Sie steht in einem 90-Grad-Winkel zum Bogen. Ist die Standhöhe richtig eingestellt, zeigt der Pfeil in ungespanntem Zustand leicht nach unten. Aber auch hier gilt, dass das nicht zwingend so sein muss.

Visier (Sight)

Nun bringen wir das Visier an. Auf Englisch heisst es "Sight".

Du kannst das Visier in der Höhe verstellen (1). Je weiter das Ziel entfernt ist, desto tiefer wird das Visier eingestellt sein. Auch in der Seite kannst Du das Visier verstellen (2). Bei einem gut eingestellten Bogen wird eine Veränderung in der Seiteneinstellung auch bei unterschiedlichen Entfernungen nicht erforderlich sein. Ein Vorbauvisier wie dieses kann zudem auch noch nach vorn und hinten eingestellt werden. Montiere das Visier vorerst in der längsten Einstellung, also weit nach vorn. Das Zurücksetzen (3) würde erst dann erforderlich, wenn bei weiten Entfernungen der Visierschlitten so tief steht, dass er beim Abschuss mit dem Pfeil in Berührung kommt. Dann kann der Vorbau zurückgestellt werden und der Visierschlitten kann dann höher gestellt werden.

Nach den ersten Schüssen stellst Du fest, dass Du zwar die Scheibe getroffen hast, aber leider nicht ins Gold. Du stellst deshalb das Visier immer in die Richtung der Pfeilgruppierungen.

- Pfeile sitzen links vom Ziel, stelle das Visier nach links;
- Pfeile sitzen
rechts vom Ziel, stelle das Visier nach rechts;
- Pfeile sitzen
zu hoch, stelle das Visier höher (nach oben);
- Pfeile sitzen
zu tief, stelle das Visier tiefer (nach unten).

Notiere Dir in einem Notizbuch die Visiereinstellungen der einzelnen Entfernungen. Bei Veränderungen an der Haltung oder Veränderungen am Material (andere Pfeile, ein anderer Tab) können sich auch die Visiereinstellungen verändern. Korrigiere dann Deine Visiereinstellungen mit den gemachten Notizen.

Auch Wind oder veränderte Lichtverhältnisse können die Visiereinstellungen beeinflussen. Bei gleichmässigem Wind werden vorübergehende Veränderungen an der Visiereinstellung möglich.

Wettkampfregeln bestimmen sehr genau, wie das Visier beschaffen sein muss. Veränderungen am Visier, wie Veränderungen an der Visiernadel/Korn müssen diesen Regeln ensprechen. Gekaufte Recurve-Visiere entsprechen aber diesen Regeln. Allerdings darfst Du bei einem Recurve-Bogen auch nur Recurve-Visiere einsetzen. Für Compoundbögen gelten andere Regeln und sie haben noch viel genauere Visisere (u.a. auch mit Wasserwagen).

Auch Kennzeichnungen im Bogenfenster oder an der Sehne können, wenn sie als zusätzliche Zielhilfe eingesetzt werden, unzulässig sein und zum Ausschluss beim Wettkampf führen.

Finger-Tab (Tab)

Zum Schiessen mit Visier empfiehlt sich ein Tab mit Tisch. Der sogenannte "Tisch" dient als fixe Kinnauflage. Nur so hast Du Gewähr, dass Du den Bogen immer gleich spannst und der Abstand Pfeilauflage zum Auge immer derselbe ist. Die Finger-Tabs von FIVICS gibt es in verschiedenen Grössen. Aufgrund meiner grossen Hände brauche ich XL. Getrau Dich auch, das Leder auf Deine Finger zurechtzuschneiden.


Finger-Tab für Rechtshand-Schützen 

 

Armschutz (Protector)

Den Armschutz solltest Du nie vergessen, vor allem wenn Du noch Anfänger bist oder 3D schiesst. Es gibt ihn in verschiedensten Ausführungen.

Bild links: Der linke rote Armschutz kann auch über eine Jacke oder Pullover gezogen werden, während der rechte orange für die Halle oder gutes Wetter mit kurzärmeligen Leibchen gedacht ist.

 

Stabilisatoren (Stabilizers)

Text folgt irgendwann...

 

Klicker (Clicker)

Ohne Worte. Die Grafik ist selbsterklärend. Grün sollte ein Klicker eingestellt sein.

 

Pfeile und Spine

Was natürlich auch noch ganz wichtig ist, sind die Pfeile, sie haben deshalb eine eigene Unterseite erhalten:

Pfeile mit Spine-Wert

 

Recurve-Bogen 
Bogen spannen 
Spine 
Zielscheibe 
Rogers Recurve 
Rogers Pfeile